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03.04.2018

Einmal »Oskar« und zweimal »Lotte« mit Joghurt

Gesunde Frühstücksaktion an Sekundarschule sorgt für Boom am Kiosk

Sekundarschule

Müsliriegel, Apfelschorle sowie individuell zu befüllende Wraps und Fladenbrot: All das stand jetzt auf dem Speiseplan der Gemeinschaftlichen Sekundarschule am Standort Neunkirchen. „Style your Pausensnack“ – so lautete denn auch das Motto der Pilotwoche an deren Schulkiosk.

Im Rahmen der Kampagne „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ wollten die Lehrerinnen Katharina Sänger und Isabel Franz den Fünft- und Sechstklässlern näherbringen, wie lecker eine ausgewogene Ernährung sein kann.

Dafür wurden im Schulkiosk kurzerhand die Schoko- durch Müsliriegel ersetzt, gezuckerte Getränke gegen Wasser und Apfelschorle ausgetauscht und Joghurt mit fair gehandelten Toppings nach Wahl angeboten. Während der Projekttage gab es dazu ein abwechslungsreiches Pausenbuffet: Fladenbrot, Wraps oder frische Brötchen vom Bäcker, die von den Kindern mit Käse, Wurst, Salat und einem bunten Gemüseangebot belegt werden konnten.

„Die Resonanz am ersten Tag war überwältigend“, freut sich Lehrerin Sänger. „Nach der ersten Pause war das Buffet geplündert und wir mussten Gurken, Tomaten, Pute und Salat nachkaufen.“ Auch an den Folgetagen nutzten die Kinder intensiv die Möglichkeit, sich ausgewogen, gesund und fair zu ernähren.

„Besonders beliebt bei den Kindern waren Oskar, Emma und Lotte“, berichtet Sänger augenzwinkernd. So heißen die fair gehandelten Fruchtriegel, die es den Schülerinnen und Schülern bereits bei ihrem Besuch im örtlichen Weltladen angetan hatten. Nicht nur wegen ihres Namens, sondern auch wegen des fruchtig-süßen Geschmacks. Die Riegel können in der Pause als Joghurt-Topping genossen werden. Alternativ dazu wird der Joghurt im umweltfreundlichen Waffelbecher auch mit Banane oder Müsli angeboten.

„Nachdem das gesunde Frühstück in den ersten vier Tagen derart gut angenommen wurde, haben wir die Aktion spontan auf die Zeit bis zu den Osterferien erweitert“, berichtet Sänger. „Die Lebensmittel zu schneiden und entsprechend für das Buffet vorzubereiten ist natürlich wesentlich aufwändiger, als einfach einen Schokoriegel oder einen Muffin über die Theke zu reichen“ so die Lehrerin. „Doch die gesunde Ernährung und der Nachhaltigkeitsgedanke sind es uns wert.“ Mittels gebastelter Snack- und Fairtrade-Taler, die die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld erwerben konnten, lief die Bezahlung schnell und einfach.

Begeistert waren die Kinder vor allem von der Möglichkeit, sich ihr Frühstück selbst zusammenzustellen. „Uns schmeckt‘s prima“, bestätigen Antonia und ihre Freundinnen. Ebenso wie Jasmin, die unter einer Erd- und Haselnussallergie leidet („da sind Schokoriegel ungünstig“) und sich sehr für den fairen Gedanken einsetzt: „Jeder sollte mit seiner Arbeit genügend Geld verdienen, um davon leben zu können“, ist sie sich sicher und weiß, dass sie mit dem Kauf von Lotte, Emma und Oskar einen kleinen Beitrag dazu leistet.

Ihre umfassenden Infos hatte sie von einigen Schülerinnen und Schülern der Klasse 5 b, die sich im Rahmen des projektorientierten Lernens als Fairtrade-Botschafter engagiert hatten. Sie zogen von Klasse zu Klasse und klärten ihre Mitschüler auf über fair gehandelte Waren und entsprechende Standards, die Kinderrechte schützen, sodass Kinder und Jugendliche keine gefährlichen oder ausbeuterischen Arbeiten verrichten müssen und zur Schule gehen können.

„Inzwischen fragt niemand mehr nach Schokoriegeln oder anderen Süßigkeiten“, wissen Tamara und Nicola, die für die Dauer ihres Bundesfreiwilligendienstes den Verkauf am Kiosk übernommen haben. Während der Ferien soll ein Plan erstellt werden, damit die gesunden und fairen Leckereien künftig dauerhaft am Schulkiosk angeboten werden können.

Um vor den Pilottagen Werbung für das kulinarische Angebot zu machen, gestaltete Lehrerin Louisa Dornhöfer mit den Fünftklässlern im Rahmen eines Kunstwettbewerbs entsprechende Werbeplakate. Und Lehrerin Melanie Büdenbender entwickelte in der Jahrgangsstufe 6 Möglichkeiten, um die Mülleimer auf dem Schulhof zu verschönern und die Kinder zur Nutzung derselben zu motivieren. Mit Sprüchen wie „Ich wär so gerne Müllionär“, dürfte dies gelingen.

Wenngleich Sänger und Franz für das Projekt verantwortlich waren, ohne die Mitarbeit von Anna Rettinger und die beiden Bundesfreiwilligendienst leistenden Tamara und Nicola wäre die Aktion nicht möglich gewesen. In der Vorbereitungsphase hatte Sänger sich mit Lehrern anderer Schulen kurzgeschlossen, die ein derartiges Projekt bereits durchgeführt hatten und dort wichtige Informationen erhalten.

„Am Standort Neunkirchen haben wir etwa 150 Schüler. Im Mai soll das Projekt auch am Standort in Burbach durchgeführt werden“, erklärt Schulleiterin Mechthild Ermert-Heinz. Bei über 450 Schülerinnen und Schülern ist das zweifellos eine Herausforderung. Doch der stellt sich das Lehrerteam angesichts des positiven Effekts sehr gern.

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