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20.07.2017

Projekt Stollenöffnung: Zeitzeugnis und Herberge

Heimatvereine aus Salchendorf und Zeppenfeld arbeiteten Hand in Hand

Fledermausstollen Grube Tannenwald

Projektleiter Hans Wiese erklärt den Aufbau der Grube Tannenwald. Sie war eine von sechs ehemaligen Zeppenfelder Gruben. Nun ist sie vielen Tieren ein Unterschlupf. Die Fotos auf der Schautafel stammen von den beiden Salchendorfer „Grubencracks“ Joel Henrichs und Marcel Immel.

Auf der einen Seite steht die Historie, auf der anderen der Artenschutz: Nach vielen Jahren, in denen die ehemaligen Grube Tannenwald im Neunkirchener Ortsteil Zeppenfeld im Dornröschenschlaf lag, wurde durch eine bunte und engagierte Truppe der Stollen geöffnet und ein Mundloch modelliert, das für Fledermäuse und Amphibien einen perfekten Wohn- und Zufluchtsort darstellt.

Möglich wurde dies durch die Initiative des Heimatvereins, der mit Hans Wiese einen kompetenten Projektleiter fand. Dieser wiederum scheute sich nicht vor einer „interkommunalen Zusammenarbeit“ mit den beiden erfahrenen Salchendorfer Heimatfreunden Marcel Immel und Joel Heinrichs. Die beiden hatten in ihrem Ortsteil bereits acht Stollen geöffnet und wussten um die notwendigen behördlichen Schritte. So mussten Waldgenossenschaft, Bergbauamt und die Untere Landschaftsbehörde zunächst ihr OK geben. Wiese brachte darüber hinaus eine tatkräftige Truppe mit, die sich aus dem Umfeld der Initiative "Der Rassberg ruft" rekrutierte. Unterstützt wurde die Mannschaft von dem Syrer Amin Bakdach.

Im Zuge der Arbeiten wurde zunächst der Stollenmund frei gelegt, wobei zwei Bäume weichen mussten. Das Wasserbecken, das einst den Brunnen am Denkmal gespeist hatte, wurde wieder sichtbar gemacht. Ein Absperrgitter wurde entworfen, gefertigt, angepasst, verzinkt und abschließend eingebaut. Eine Sitzbank rundet die Anlage ab. „Wir wollten ungefähr nachempfinden, wie es hier im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert ausgesehen hat“, erklärt Eisel.

Die Anfänge der Grube reichen zurück bis ins Mittelalter. Damals wurde das Erz in den heute noch oberhalb sichtbaren Löchern, den sogenannten Pingen, abgebaut. Wann genau der Stollen entstand, ist nicht überliefert. Lediglich die Jahre 1831 und 1848 sind in der einschlägigen Literatur erwähnt. Damals wurde bei der der zuständigen Bergbaubehörde die Erlaubnis des Abbaus von Erzen (Mutung) – in diesem Fall Blei, Kupfer, Eisenerz und Zink - beantragt.

Während des zweiten Weltkriegs wurde der Stollen von der Bevölkerung als Luftschutzraum genutzt. Anschließend wurde der Besuch für viele Heranwachsende zur Mutprobe. „So konnten sich das Team, das den geöffneten Stollen erstmals wieder bewanderte, die lederne Schultasche erklären, die bei einer Erstbegehung am Gangende zu finden war“, erzählt Rüdiger Eisel beim Grillfest anlässlich der Eröffnung der „Herberge für Fledermäuse und Amphibien“. Aufgrund eines heranziehenden Gewitters musste das Grillfest letztlich in den Räumen des Heimatvereins beendet werden.

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