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Historisches über Neunkirchen

Durch das 2. Gesetz zur Neugliederung des Kreises Siegen wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenseelbach, Neunkirchen, Salchendorf, Struthütten, Wiederstein und Zeppenfeld am 01.01.1969 zur Großgemeinde Neunkirchen zusammen geschlossen.

Die Zeit davor

Frühgeschichte
Die reichhaltigen Eisenerzvorkommen im hiesigen Raum haben schon in der Zeit vor Christi Geburt Menschen angezogen und hier seßhaft gemacht. Schürfstellen und Schmelzöfen sowie sonstige Bodenfunde belegen die frühere keltische Besiedlung. Die Basaltgruben des Hohenseelbachskopfes und des Druidensteines waren vermutlich bedeutende keltische Kultstätten. Im 4. Jahrhundert nach Christus sind anscheinend die Kelten von benachbarten Germanenstämmen verdrängt worden.

Im 8. Jahrhundert nach Christus begann die Christianisierung der hier ansässigen Germanenstämme. Um die Jahrtausendwende gehörte Neunkirchen zu dem Kirchspiel Haiger (Haigergau), dessen Gebiet in einer Grenzbestimmungsurkunde aus dem Jahre 1048 umrissen wird. In dieser Urkunde wird der hiesige Raum als "predium liberorum virorum" (Gebiet der freien Männer) bezeichnet. Dem Kaiser direkt unterstellt, genossen die Bewohner besondere Rechte und Freiheiten. Eine Abschrift der Grenzbestimmungsurkunde von 1048 hängt im Eingangsbereich des Rathauses Neunkirchen in lateinischer und deutscher Schrift aus.

In einer Urkunde vom 23. August 1288 wird Neunkirchen zum ersten Mal erwähnt. Die Adeligen von Seelbach, auch erstmals 1288 erwähnt, legten 1350 auf der leider um die Jahrhundertwende vollständig abgebauten Basaltkuppe des Hohenseelbachskopfes eine große ringförmige Burgfeste an, die bereits 2 Jahre später durch den Erzbischof von Trier wieder zerstört wurde, weil ihre Besitzer angebliche Raubritter waren.
Das Wappen der Adeligen von Seelbach wird heute von der Gemeinde Neunkirchen geführt.

Doppelherrschaft
Vom 14. Jahrhundert an teilten sich den (bis dahin von den Adeligen von Seelbach beherrschten) Freien Grund die benachbarten Grafenhäuser Nassau und Sayn bis Anfang des 19. Jahrhunderts. Diese Doppelherrschaft war eine seltene Konstruktion, da nicht ein Teil des Gebietes "nassauisch" und ein anderes "saynisch" war, sondern beide Grafen ihre "Untertanen" wahllos verstreut in den Dörfern sitzen hatten. Jede Hausgrenze bedeutete praktisch auch eine Landesgrenze.
Diese unsinnige Aufteilung hatte aber bei all den daraus entstehenden Schwierigkeiten auch dazu beigetragen, daß es im hiesigen Raume wesentlich größere Freiheiten gab, als sonstwo.
Nach dem Wiener Kongreß wurde im Jahre 1816 der Freie Grund dem Kreise Siegen angeschlossen und damit preußisch. Seit 1946 gehört er zum Land Nordrhein-Westfalen.

Bericht der Siegener Zeitung vom 05.01.2000 über das alte Amtshaus

Gewerbe und Industrie
Wie bereits ausgeführt, ist das Berg- und Hüttenwesen in unserem Raume sehr alt und reicht über 2000 Jahre zurück. Im 19. Jahrhundert waren ca. 50 Gruben im Betrieb. Die bekanntesten waren Lohberg, Große Burg, Kunst, Jäckel, Altenberg, Harteborn, Steimel, Pfannenberger Einigkeit, Bautenberg, Mühlenberg.

Im Jahre 1812 existierten nachweislich 6 Eisenhütten. Im 15. Jahrhundert wurde die "Alte Hütte" in Neunkirchen gegründet, die "Seelenberger Hütte" in Struthütten folgte im Jahre 1578. Diese wurde erst 1901 nach der Explosion des Hochofens aufgegeben. Die "Neue Hütte" (Kupferhütte) in Neunkirchen wurde im 17. Jahrhundert gegründet.

Bericht der Siegener Zeitung vom 18.04.2012 “Vor 50 Jahren Ende des Bergbaus“

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte die Industrialisierung in unserem Lande ein, die erhebliche wirtschaftliche Vorteile brachte und sich auf die weitere Entwicklung unseres Gebietes günstig auswirkte.

In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg waren Erzbergbau und Hüttenwesen zunehmend nicht mehr konkurrenzfähig. Mit der Schließung der Grube "Pfannenberger Einigkeit" (der größten im Freien Grund, die mit über 1.300 Meter "Teufe" die tiefste Eisenerzgrube Europas mit zeitweise über 1.200 Beschäftigten war), ging im Jahre 1962 die 2000-jährige Tradition des Berg- und Hüttenwesens zu Ende.

Mit dem notwendigen Strukturwandel in den 60er Jahren konnten neue Grundlagen für Gewerbe, Industrie und Handel geschaffen werden.

Die Produkte der einheimischen Industrie- und Gewerbebetriebe werden in fast alle Länder exportiert. Besondere Schwerpunkte liegen in der Eisen-, Metall- und Kunststoffverarbeitung. Aber auch zahlreiche mittelständische Unternehmen, die mit "High-Tech" für eine hohe Expansion sorgen, sind im Erscheinungsbild der heimischen Wirtschaft nicht die Ausnahme.

Neunkirchen heute

Heute hat die Gemeinde rd. 14.000 Einwohner (auf 40 km² Fläche) und bietet rd. 7.500 Arbeitsplätze. Der Schwerpunkt liegt im verarbeitenden Gewerbe mit fast 5.000. Aber auch der Handel verfügt über rd. 1.000 Arbeitsplätze. Die sonstigen Dienstleistungen mit über 1.200 und das Baugewerbe mit über 200 Beschäftigten tragen zu der hohen Zahl der Arbeitsplätze bei, von denen rd. 3.000 von Einpendlern besetzt sind.

Insbesondere aufgrund des gewerblichen und strukturellen Angebotes war Neunkirchen schon lange eine Gemeinde mit einer starken Anziehungskraft auf die angrenzenden Orte. Deshalb wurde im Entwicklungsplan I/II des Landes Nordrhein-Westfalen Neunkirchen als Mittelzentrum für einen Einzugsbereich von 25.000 bis 50.000 Einwohner ausgewiesen.

Ihren Slogan "Industriegemeinde im Grünen" führt die Gemeinde mit Fug und Recht, denn trotz der hohen Besiedlung und der großen Zahl von Betrieben ist etwa 70 % der gesamten Gemeindefläche Wald.

bürgerinfo online
 
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