Was ist das Neue Kommunale Finanzmanagement?
ist das neue kommunale Rechnungswesen in Nordrhein-Westfalen.
Neu ist, dass die Kameralistik (ein Buchungssystem, das bereits seit dem Mittelalter angewandt wird und nur Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt) durch den kaufmännischen Rechnungsstil abgelöst wird.
NKF wurde als Element der Verwaltungsmodernisierung zur zukunftsorientierten Bewältigung finanzwirtschaftlicher Probleme entwickelt.
Der Innenminister des Landes NRW, Dr. Fritz Behrens, hat bereits im Jahre 1999 die Zielrichtung vorgegeben:
"Mehr Wirtschaftlichkeit und Effektivität, mehr Transparenz und Bürgernähe - das sind Ziele einer grundlegenden Reform der kommunalen Verwaltungen, die unter dem Begriff "New Public Management" gerade auch auf der kommunalen Ebene intensiv diskutiert werden. Das Haushalts- und Rechnungswesen nimmt in diesem Reformprozess eine zentrale Rolle ein. Wesentliche Elemente der Reformvorstellungen ... sind ohne eine Neuordnung des geltenden kommunalen Haushaltsrechts nicht umsetzbar."
Und eben diese Neuordnung ist das NKF.
Allerdings, NKF bringt nicht mehr Geld in die kommunalen Kassen; schafft aber wesentlich mehr Transparenz und damit bessere Entscheidungsgrundlagen.
Eine völlige Abkehr von dem bisherigen Konzept:
Die Reformziele lassen sich folgendermaßen definieren:
- Darstellung des vollständigen Ressourcenaufkommens und Ressourcenverbrauchs,
- Darstellung des vollständigen Vermögensbestands,
- Integration der Beteiligungen und Vereinheitlichung des Rechnungswesens im "Konzern Kommune",
- outputorientierte Darstellung der Produkte,
- Steuerung durch Budgets ermöglichen,
- Unterstützung von Kosten- und Leistungsrechnung und Controlling.
Was hat nun der Bürger davon?
Der Schritt vom Geldverbrauchs- zum Ressourcenverbrauchskonzept sagt es bereits. Künftig wird durch die Transparenz und die vielfältigen Informationen ein langfristig sinnvoller und nachhaltiger Ressourceneinsatz angestrebt. Ein wichtiges Stichwort ist dazu die "intergenerative Gerechtigkeit".
Will heißen, dass nicht heute auf Kosten der zukünftigen Generationen gelebt und gewirtschaftet werden soll. Die Kommunen sollen auch in Zukunft handlungsfähig bleiben.
Dem Bürger werden durch das neue Rechnungswesen bessere Zahlen geliefert. Sie können sich einfacher ein Bild von der Finanz- und Vermögenslage ihrer Kommune machen. Hierzu wird der neue Haushalt nach wenigen Produkten gegliedert, die aussagekräftig über die Mittelverwendung Auskunft geben. Die hunderte/tausende von Haushaltsstellen, die nach einem komplizierten Schema geordnet wurden, entfallen.
Im Zentrum von NKF steht die zukünftige Bilanz der Kommune:
Der Bilanz zur Seite gestellt sind die Finanzrechnung (quasi die Ermittlung des Kassenbestandes) und die Ergebnisrechnung ( besser bekannt als Gewinn- und Verlust-Rechnung).
Zusammen bilden diese drei Teile das sogenannte Drei-Komponenten-System.
Und wie sieht es in Neunkirchen
aus?
Vorweg geschickt, bis 30.06.2003 wurde das NKF in sieben Modellkommunen in NRW getestet. Der Innenminister wird aus den gewonnenen Ergebnissen, die überaus positiv waren, für 2004 das notwendige Gesetzgebungsverfahren einleiten. Ab 2005 können dann die Kommunen nach dem neuen Haushaltsrecht verfahren.
In Neunkirchen soll der Startschuss zum 01.01.2005 fallen, d.h.
- zum 01.01.2005 wird die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Neunkirchen erstellt.
- Ab diesem Zeitpunkt wird nicht mehr kameral sondern kaufmännisch gebucht.
- Ebenfalls wird es für 2005 einen Haushalt geben, der an Hand von Produkten, Kennzahlen und Zielen Auskunft über die Mittelbereitstellung und -verwendung gibt.
Neben der Durchführung einer Inventur für das gesamte Gemeindevermögen und der anschließenden Inventarisierung muss das gesamte EDV-System auf die kaufmännische Rechnungslegung mit den zuvor genannten Besonderheiten der Bilanz umgestellt werden. Hinzu kommt die Erstellung von aussagekräftigen Produkten, die Formulierung eines Kontenrahmens für die Gemeinde und der Aufbau einer Kosten- und Leistungsrechnung für die Verwaltung.Die Arbeiten hierzu sind bereits in vollem Gange.
Die Gemeinde wird nach dem derzeitigen Fahrplan im Kreis Siegen-Wittgenstein und im angrenzenden Bereich eine Vorreiterrolle übernehmen.
So ist es möglich, die Effekte des NKF zum Wohle der Gemeinde Neunkirchen zu nutzen und innerhalb der gesetzlichen Übergangsfristen zu bleiben. Mit dem einher geht sicherlich auch ein neues Verständnis für betriebswirtschaftliche Abläufe und Gegebenheiten, die so im kameralen System nicht zum Ausdruck kamen.
Um es mit den Worten der Projektgruppe NKF des Innenministers zu sagen:
"Das Neue Kommunale Finanzmanagement ist das fachlich fundierteste, vollständigste und praxisbezogenste Konzept zur Einführung eines doppischen Kommunalhaushaltes, das zur Zeit in der Bundesrepublik vorliegt."
Die grundsätzliche Erkenntnis ist schon seit längerem bekannt:
"Welche Vorteile gewährt die doppelte Buchhaltung dem Kaufmanne! Es ist eine der schönsten Erfindungen des menschlichen Geistes und ein jeder guter Haushalter sollte sie in seine Wirtschaft einführen." - J.W. von Goethe
Diesen Worten folgend, wird sich die Gemeinde Neunkirchen die Vorteile zu Eigen machen.
Nähere Infos zum NKF finden Sie hier.
Ihr Ansprechpartner:
Kämmerei, Herr Berg
Rathaus Bahnhofstr. 3, Zimmer 502
57290 Neunkirchen
Tel.: 02735/767-502
Fax: 02735/5342
e-mail: O_Berg@neunkirchen-siegerland.de