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Datum: 09.11.2020

Corona-Service: Bäumchen to go

Gemeinde Neunkirchen veranstaltete 11. Neugeborenen-Aktion

Als Henning Buhl im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann vor einigen Jahren über den Brauch sprach, Bäumen an die Eltern neugeborener Kinder abzugeben, begeisterten ihn Konzept und Idee der Aktion, die in Neunkirchen bereits seit 2009 praktiziert wird. Er zögerte nicht lange und sagte zu, das Projekt finanziell zu unterstützen: „Wir stellen Verpackungen aus Karton her, und dessen zentraler Rohstoff ist Holz. Circa 95 Prozent unserer Verpackungen bestehen aus Recyclingkarton, aus welchem wir Faltschachteln, Blister- oder Produktkarten herstellen.“, so der Inhaber der Firma Heinrich Buhl GmbH. Seit sieben Jahren ist Buhl jetzt dabei und freut sich jedes Jahr über die frisch gebackenen Eltern, die – häufig gemeinsam mit ihren Kindern – bei der Ausgabe der Bäume auf dem Rathausplatz erscheinen.

Um die Abstandregeln einzuhalten und den Personenkontakt zu minimieren, hatte die Verwaltung in diesem Jahr jedoch umdisponieren müssen: Statt eines geselligen Miteinanders und einer Ansprache durch den Verwaltungschef, entschied man sich im Rathaus für eine „Drive-in-Lösung“. Alle Eltern, die während der vergangenen 12 Monate Nachwuchs bekommen und Interesse an einem Obst- oder heimischen Laubbaum hatten, konnten ihren Wunschbaum wählen. Er wurde ihnen auf dem Parkplatz des Familienbads in Salchendorf einzeln ausgehändigt bzw. von Umwelt- und Klimaschutzberater Matthias Jung oder Jugendpfleger Thilo Edelmann gleich wieder abfahrbereit in den Kofferraum gelegt. 60 Bäumchen wechselten auf diese Weise am Donnerstag den Besitzer.
Wer die Szenerie beobachtete, konnte kuriose Momente erleben: Mitunter mussten Sitze umgeklappt, der Kofferraum aufgelassen und mächtig gedrückt und gezogen werden, um die Halb- und Hochstämmchen zu transportieren. Eine Baumkrone ragte schließlich hoch durchs Schiebedach eines Kleinwagens, um schließlich im heimischen Garten ein neues Zuhause zu finden.

„Die ganze Aktion lief reibungslos. Viele Eltern freuten sich, dass wir trotz der Corona-Vorgaben eine Möglichkeit gefunden hatten, die Bäume fast kontaktlos abzugeben“, resümiert Matthias Jung. „Betrachtet man den Zustand der heimischen Wälder, gewinnt die Neugeborenen-Bäumchen-Aktion noch einmal einen ganz anderen Stellenwert“, fügt Henning Buhl hinzu. „Sie wird zu einem kleinen Beitrag für unsere Umwelt.“

Die Ausgabe der Neugeborenen-Bäumchen geht auf eine gemeinsame Idee von Umwelt- und Klimaschutzberater Matthias Jung sowie Jugendpfleger Thilo Edelmann zurück. Ein Gutschein für ein Bäumchen nach Wahl befindet sich in einem Paket, das die Gemeindeverwaltung an alle jungen Eltern in Neunkirchen abgibt. Wer auf Balkon oder Grundstück keinen Platz für das Gehölz hat, kann es alternativ auf einer gemeindlichen Fläche, etwa einem Spielplatz oder einer Schule, einpflanzen lassen. Einmal jährlich, meist Mitte November, werden die Bäume an die Eltern ausgegeben. Auf heimische bzw. regionale Sorten wird dabei großer Wert gelegt.

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