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10.06.2020

Diversität vor der Haustür

Nashornkäfer fühlen sich in Salchendorf heimisch

Nashornkäfer in Neunkirchen

Ein Prachtkerl! Dieser Nashornkäfer ist einer von insgesamt sechs Tieren – fünf Männchen und ein Weibchen – die im Garten von Jörg Braach ein paradiesisches Zuhause gefunden haben.

Blindschleichen, Kreuzspinnen, Schlupfwespen und Weinbergschnecken – im Garten von Jörg Braach und seiner Familie kreucht und fleucht es weit über das normale Maß an Gartenbewohnern hinaus. Inzwischen haben sogar Nashornkäfer das kleine Refugium mitten in Salchendorf als neues Zuhause entdeckt.

Im vergangenen Jahr stieß Braach erstmals auf die imposanten Krabbeltiere. Sie hatten im Komposthaufen ihr Domizil aufgeschlagen. Ein Faible für Insekten hatte Braach bereits während seiner Zeit in Malaysia entwickelt. „Das Unternehmen, für das ich damals tätig war, hatte seinen Sitz mitten im Dschungel. Das beleuchtete Firmenschild zog abends zahlreiche Tiere an. Darunter auch verschiedene Riesenkäfer“, erzählt der Naturfreund.

Die Nashornkäfer hierzulande sind mit zwei bis vier Zentimetern Körperlänge zwar wesentlich kleiner als ihre exotischen Verwandten, die es auf mehr als 8 Zentimeter bringen. Doch dies tat Braachs Begeisterung keinen Abbruch, als er die Tiere kürzlich beim Setzen der Zucchini entdeckte. In der Lage Kompost, die er seinen Hochbeeten zusetzte, fanden sich neben einigen Engerlingen fünf der als Orycetes nasicornis bezeichneten Insekten, die zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae) gehören. Der Käfer ist in der Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“ aufgeführt. Auf der Oberseite des Kopfes der Männchen sitzt das charakteristische Horn, dem das Tier seinen Namen verdankt. Die Weibchen haben hingegen einen Höcker bzw. ein kurzes Horn. Da sich die Tiere nur von toten Pflanzenteilen und austretenden Baumsäften ernähren, richten sie keinen Schaden an lebenden Pflanzen an.

Von seinem seltenen Fund berichtete er dem Umwelt- und Klimaschutzberater Matthias Jung. Wenngleich sich die Käfer bei seinem Besuch rar machten, ließ er es sich dennoch nicht nehmen, zumindest dessen Nachkommen genauer unter die Lupe zu nehmen. „Der Garten von Herr Braach bietet Insekten zahlreiche Wohnräume und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität“, erläutert Umwelt- und Klimaschutzberater Jung. Angesichts der Tatsache, dass täglich 150 Arten aussterben ist dies ein wichtiger Beitrag zur Vielfalt und zum Umweltschutz.

Zwei bis fünf Jahre dauert es, bis sich die Larven in einem Kokon verpuppen. Das hängt von der Temperatur ihres Umfeldes ab. Die Engerlinge ernähren sich während dieser Zeit von faserigem Material, etwa verrottende Zweige oder Sägeabfall. Nach dem Schlupf bleiben die Käfer noch einige Wochen in dem Kokon ehe sie aus der Erde kommen. Ende Mai, Anfang Juni fliegen die Nashornkäfer dann in den Abendstunden aus.

Dass Braach seine Heimat und deren Erhaltung am Herzen liegt, zeigen auch seine weiteren Hobbys. Er beschäftigt sich mit den Themen Heimatkunde, Bergbau und Archäologie. Gemeinsam mit Jens Pfotenhauer betreibt er zudem Archivpflege im Salchendorfer Heimatverein. Neben der Fauna seines Gartens nimmt die Flora zunehmend mehr das Interesse des 42-Jährigen ein. „Im Kollegenkreis pflanzen wir seit einiger Zeit alte Nutzpflanzensorten an, etwa ‚Alten Kohl‘.“ Auch dies ist eine Möglichkeit, Nahrungsquellen für Insekten zu etablieren und so Lebensräume für heimische Arten zu schaffen. Dass Kunstdünger in seinem Garten nichts verloren haben, versteht sich von selbst.

Mit zahlreichen Maßnahmen, vom späten Grasschnitt bis zum Anlegen von Natursteintreppen hat der Hobbygärtner ideale Bedingungen für die Ansiedlung von Tieren geschaffen. Vielleicht, so hofft er, werden sich bald Nachahmer in Sachen Gartengestaltung und Insektenschutz finden.

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