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14.05.2020

Fahrrad auf dem Vormarsch

Gemeindeverwaltung plant Maßnahmen für zukunftsfähigen Fuß- und Radverkehr

Fahrrad

In den vergangenen beiden Jahren hat sich in Neunkirchen in Sachen Mobilität viel getan. Der Gemeindeverwaltung und den Bürgerinnen und Bürgern, die sich in Arbeitsgemeinschaften engagieren, ist ein schnelles und vor allem sicheres Vorankommen sehr wichtig.

2019 nahm Neunkirchen erstmals an der Europäischen Mobilitätswoche teil. Dazu wurde ein verkehrsberuhigter Bereich in Salchendorf abgesperrt. Viele ehrenamtlich Engagierten aus örtlichen Vereinen, Kindergarten und Feuerwehr sowie die Polizei Siegen veranstalteten in Kooperation mit der Gemeindeverwaltung dort Mitmach-Aktionen für Radfahrer und Fußgänger. Dabei wurden unter anderem ein roter Teppich eigens für Radfahrer und Fußgänger ausgerollt und das Verkehrszeichen „Verkehrsberuhigter Bereich“ mit Kindern überdimensional mit Kreide auf die Straße gebracht. Dieses wurde vom Bauhof der Gemeinde später sogar dauerhaft auf die Straße gesprüht. Eine ähnliche Aktion plant das Familienzentrum Salchendorf noch für dieses Jahr. Sie wird durchgeführt, sofern es die Corona-Pandemie erlaubt,

Die Europäische Mobilitätswoche 2020 steht indes im Zeichen des motorangetriebenen Fahrrads: Auf dem Verkehrsübungsplatz in Altenseelbach ist das Verkehrssicherheitstraining für Senioren „Fit mit dem Pedelec“ geplant. Das Angebot für E-Bike- und Pedelec-Lenker wird von der Verkehrswacht Siegerland-Wittgenstein und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW unterstützt.

Auch bei der Erstellung eines Mobilitätskonzepts bildet der Radverkehr einen Schwerpunkt. So soll für Neunkirchen beispielsweise eine dynamische Karte mit allen Radwegeverbindungen und der bereits vorhandenen Radinfrastruktur erstellt werden. In den Fokus gerückt wird dabei auch die Qualität der vorhandenen Fahrradwege. Weitere Standorte für Radabstellanlagen stehen zur Diskussion.

Die Arbeitsgemeinschaft „Rad“, die sich aus interessierten Radfahrern und Vertretern der Gemeinde zusammensetzt, ist diesbezüglich aktiv und bringt neue Ideen zum sicheren Radfahren im Gemeindegebiet ein. Das Mobilitätskonzept wird mit ca. 16.200 Euro vom Land NRW gefördert.

Natürlich werden auch die Belange von Kindern und Jugendlichen berücksichtigt: Durch die Einführung eines schulischen Mobilitätsmanagements soll die Verkehrssicherheit für Kinder erhöht werden. Statt das so genannte Elterntaxi zu bemühen, lässt sich der Schulweg häufig problemlos per pedes oder mit dem Fahrrad bewältigen. Dafür braucht es neben sicheren Rahmenbedingungen natürlich auch entsprechende Anreize, die bequeme Autofahrt durch aktive Bewegung zu ersetzen. Für das Lehrpersonal der Schulen sind dazu Fortbildungen vorgesehen. Die Gemeinde Neunkirchen wird das schulische Mobilitätsmanagement gemeinsam mit der Gemeinde Burbach durchführen, die Förderung durch das Land NRW beläuft sich auf 37.400 Euro.

Nicht zuletzt möchte die Gemeindeverwaltung den ÖPNV stärken. Für den Herbst sind im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche verschiedene Aktionen geplant. Mit der temporären Begrünung einer der örtlichen Haltestellen möchte man auch optisch und ökologisch Zeichen setzen.

Das Zusammenspiel zwischen ÖPNV und einer guten Radinfrastruktur soll mit der Etablierung einer Mobilstation gesichert werden. Die Mobilstation ist ein Verknüpfungspunkt zwischen verschiedenen Verkehrsträgern, der zahlreiche Informationen für den Verkehrsteilnehmer bereithält. Auch Radboxen sollen in diesem Rahmen zur Verfügung gestellt werden. Die Mobilstation soll an der Haltestelle „Rathaus“ verortet werden und ist mit Kosten in Höhe von ca. 200.000 Euro beziffert. Der Kreis Siegen-Wittgenstein beantragt für alle Kommunen die Fördermittel für die ersten Mobilstationen. Die Förderung liegt bei etwa 90 Prozent, lediglich der barrierefreie Ausbau der Haltestellen sowie der Park & Ride-Parkplatz der am Standort des alten Bahnhofs entstehen soll, muss aktiv von der Gemeinde Neunkirchen umgesetzt werden.  

Ein Fahrrad ist heute nicht mehr nur bloßes Fahrzeug auf zwei Rädern. Das Spektrum reicht heute vom Rennrad über Trekking-Räder und Moutainbikes bis hin zu E-Bikes und Pedelecs. Dank neuester Technik und der Verarbeitung leichter Materialien ist aus dem Drahtesel von gestern ein Hightech-Fortbewegungsmittel geworden. Um es entsprechend zu sichern, sollen am Bahnhof Neunkirchen Radboxen installiert werden. Am Familienbad Freier Grund in Salchendorf, an der Bäckerei Krämer in Zeppenfeld und am Fußballplatz in Neunkirchen sind bereits Radabstellanlangen installiert worden. Für das kommende Jahr sind weitere dieser Anlagen für das Umfeld von Schulen, Kirchen, weiteren Haltestellen und Knotenpunkten geplant, an denen mit Besuchern und Radfahrern zu rechnen ist. Für diese Maßnahmen wird Sylvia P. Heinz, zuständig für Wirtschaftsförderung, Mobilität, Förderung und Sonderprojekte, Fördergelder beantragen.

Sicherheit für das Fahrrad ist das eine, Sicherheit für dessen Nutzer das andere: Der Rat hat im vergangenen Jahr beschlossen, Radschutzstreifen an der Wildener Straße und an weiteren innerörtlichen Steigungsstrecken zu etablieren. Hierfür muss die Gemeinden mit den zuständigen Behörden Einvernehmen herstellen.

„Wir sind insgesamt auf einem guten Weg“, freut sich Sylvia P. Heinz. Sie ist selbst gern mit dem Pedelec unterwegs und weiß um die Möglichkeiten die das moderne Fortbewegungsmittel perspektivisch bieten kann. „Dank des E-Antriebs ist es viel einfacher geworden, unsere topografischen Herausforderungen zu überwinden, es spricht viel dafür das Rad mehr und mehr auch im Alltagsverkehr einzusetzen.“

 

 

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