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11.02.2020

Friede, Freude, Eierkuchen?

Gemeinschaftliche Sekundarschule bildet Streitschlichter aus

Streitschlichter

Rollenspiele bilden einen wichtigen Bestandteil der Streitschlichter-Ausbildung der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen. Zu einer weiteren Workshop-Einheit kamen die Schülerinnen und Schüler jetzt im Jugendtreff in Neunkirchen zusammen.

Dass es gelegentlich zu Auseinandersetzungen zwischen zwei oder mehreren Menschen kommt, ist normal. Nicht immer können alle der gleichen Meinung sein. Doch bevor eine Diskussion eskaliert, hilft es, eine vermittelnde Person hinzuzuziehen. Diese Person nennt man Mediator, Konfliktlotse oder – wie in der Gemeinschaftlichen Sekundarschule Burbach-Neunkirchen: Streitschlichter. Seit dem Schuljahr 2014/2015 gibt es die Streitschlichtung am Standort Burbach. Am Standort Neunkirchen werden seit Herbst 2019 18 Streitschlichter ausgebildet. Allesamt haben sie sich freiwillig auf dieses Angebot gemeldet. Nach einer Abschlussprüfung mit Zertifikat werden sie ab dem kommenden Schuljahr bei Zwistigkeiten hinzugezogen.

„Du erzählst nur Schrott!“ Äußerungen wie diese können einen handfesten Streit zur Folge haben. Um in solchen Fällen intervenieren zu können, müssen die zukünftigen Schlichter viel über Interaktion, über Gefühle und Kommunikation erfahren. Das alles wurde zunächst in einem Schnupperkurs angeboten. Ab dem nächsten Halbjahr treffen sich die Streitschlichter wöchentlich. Wie Kommunikation funktioniert, ist eine der wichtigsten Grundlagen des Streitschlichter-Seminars. Wer weiß, wie Mimik und Gestik richtig zu deuten sind, wie man Fehlinterpretationen vermeiden und Ich-Botschaften statt Vorwürfe formulieren kann, der ist schließlich auch imstande, Konfliktsituationen zu entschärfen und dabei zu helfen, einen Konsens zu finden.

Neben vielen jugendgerecht aufbereitete Infos, wie etwa Youtube-Videos, erarbeiten die 14- und 15-Jährigen Kommunikationslösungen und üben in Rollenspielen wie man mit Konfliktsituationen umgeht. „Die Streitschlichter sollen Ansprechpartnerin bzw. Ansprechpartner für jüngere Schülerinnen und Schüler sein“, erklären Melanie Büdenbender und Anne Kiefel. Die beiden Lehrerinnen bieten den Workshop an. Beide haben zuvor eine Fortbildung zur Ausbilderin von Streitschlichtern absolviert und betonen, dass „im Zweifelsfall oder wenn ein Streit doch zu eskalieren droht, eine Lehrkraft hinzugezogen“ wird.

Angeregt wurde der Workshop von Melanie Büdenbender. Sie war während ihrer Schulzeit selbst Streitschlichterin und freut sich, das Sozialtraining nun auch an „ihrer“ Schule anbieten zu können. „Wenn Probleme durch einen vermittelnden Schüler und somit auf Augenhöhe gelöst werden können, ist das doch für alle Beteiligten eine Win-win-Situation. Da die Ergebnisse erarbeitet werden, bekommt niemand eine Meinung übergestülpt. Das stärkt die Problemlösungskompetenzen der Beteiligten“, erläutert Büdenbender die Vorteile.

Normalerweise findet der Workshop im Schulgebäude der Gemeinschaftlichen Sekundarschule am Standort Neunkirchen statt. Kürzlich kam die Gruppe allerdings im Jugendtreff zusammen. „Im Jugendtreff halten sich die Schülerinnen und Schülern auch während ihrer Freizeit auf. Mit einem Ort außerhalb des normalen Lerngeschehens wollten wir neue Impulse setzen“, so die beiden Lehrerinnen. Sie freuten sich sehr, dass ihnen Christian Götz, der Leiter Offene Arbeit Neunkirchen (OAN) die Möglichkeit dazu gab. Bei süßem Gebäck und in gemütlicher Atmosphäre ließ es sich dann auch besonders gut neue Lerninhalte aufnehmen und umsetzen.

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