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17.12.2019

Gemeinde Neunkirchen vergibt erstmalig Heimatpreis

Junge Gewinner nehmen Preis für Verein Offene Arbeit Neunkirchen entgegen

Verleihung Heimatpreis 2019

Der Gewinner des ersten Heimatpreises Neunkirchen 2019 ist der Verein Offene Arbeit Neunkirchen. Dieser hat sich mit seinem Wettbewerbsprojekt inhaltlich und künstlerisch mit dem Thema „70 Jahre Grundgesetz“ auseinander gesetzt. Kinder und Jugendliche hatten die Möglichkeit, mit ihrem Projekt ihren Sozialraum jugendgerecht zu gestalten. Sie setzten sich damit auseinander und identifizieren sich dadurch damit.

Konkret: Inhalt des Projektes war die Erarbeitung eines Graffitis an einer Hausfassade in einem für Jugendliche zentralen Sozialraum in Neunkirchen. Hierbei handelt es sich um das Gebäude, in dem früher die Firma Gemüse Lutz bzw. die Fahrradwerkstatt und der ehemalige Antalya-Grill untergebracht waren. Im Rahmen der Aktion "Plakativ für Demokratie und Toleranz" des Kreisjugendrings Siegen-Wittgenstein konnten die Teilnehmer ein Plakat zum  Thema "70 Jahre Grundgesetz" gestalten. Der Künstler Julian Irlich aus Brachbach begleitete das Projekt, für das sich die Jugendlichen auf eine kreative, künstlerische Art mit dem Grundgesetz und den Grundlagen der Demokratie in Deutschland beschäftigen konnten.

Die Jugendlichen erstellten im Vorfeld Skizzen und wurden angeleitet, das Graffiti am Rathausplatz zu erstellen. Dieses wurde vor der 50-Jahr-Feier der Gemeinde Neunkirchen begonnen und während der Feierlichkeiten beendet. Dabei konnten sich auch Besucher versuchen. Hier wurden die Arbeit und das Ergebnis der Jugendlichen öffentlichkeitswirksam wahrgenommen. Das Motiv wurde anschließend fotografiert und diente als Grundlage für das Plakat zum Projekt "70 Jahre Grundgesetz". Dieses hängt nun im Jugendtreff. Außerdem wurde es in Siegen auf der Veranstaltung "Ge(h)denken" ausgestellt.

Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann sagte bei der Verleihung: „Genau heute, in der letzten Ratssitzung in diesem Jahr, wurde mit dem Abriss des Gebäudes am Rathausvorplatz begonnen. Die Mauern werden damit auch in der Realität eingerissen, damit ist auch das erstellte Graffiti erst einmal Geschichte. Im übertragenen Sinne gilt das auch für die Mauern in unseren Köpfen, die wir oder unsere Mitmenschen manchmal zu bestimmten Themen haben. In einer Zeit, in der es einen deutlichen Rechtsruck in unserer Gesellschaft gibt, dürfen wir wirklich nicht nachlassen, vorhandene, trennende Mauern niederzureißen.“

Zum „DrAndenken“ überreichte die Gemeindeverwaltung für alle Gäste als Erinnerung Stücke aus der Graffiti-Wand.

„Uns hat besonders die andere Art der Herangehensweise gefallen, also wie der Heimatbegriff bei diesem Projekt umgesetzt wurde. Der Beitrag zeigt, welcher Wandel in unserer Gesellschaft vorherrscht und dass sich diese von tradierten Vorstellungen zumindest in Teilen verabschieden muss. Das Projekt zeigt auch, in welchem Spannungsfeld sich die Gesellschaft bewegt und wie unterschiedlich – bei allen Beiträgen – die Definition Heimat verstanden wird. Das ist aber für die Jury auch der besonders bereichernde Aspekt gewesen: Die Unterschiedlichkeit der Beiträge und dass trotz der Unterschiede doch wieder alles seinen Platz in der Gemeinde Neunkirchen hat“, so Baumann weiter. Insgesamt gingen vier Beiträge ein. Drei Beiträge wurden von den örtlichen Heimatvereinen eingebracht.

Laudator und Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann: „Der Jury ist es ein Anliegen,  festzustellen, dass alle eingereichten Beiträge auszeichnungswert gewesen sind. Im Gegenteil, ohne das starke ehrenamtliche Engagement unserer Heimatvereine würden wir gar nicht gut da stehen. Unsere Vereine prägen das Gesicht Neunkirchens und sind  Seele unserer Ortsteile. Sie organisieren Veranstaltungen wie beispielsweise das Grönner Weihnachtsdorf, pflegen Plätze, Denkmäler und kümmern sich um den Erhalt des kulturellen und geschichtlichen Erbes.“

Beworben haben sich im Einzelnen der Heimatverein Salchendorf mit dem Beitrag „Fotoarchiv und Präsentation“. Der Heimatverein Salchendorf besitzt ca. 20.000 Fotos, die in 81 säurefreien Kartons gelagert und in Glasvitrinen sichtbar ausgestellt werden. Seit dem Jahr 2006 wurden daraus  zwölf Fotovorträge präsentiert. Zukünftig soll die Fotoausstellung unter jeweils neuer Leitung jährlich angeboten werden. Aktuell läuft die Ausstellung "Grube Pfannenberger Einigkeit", die mit großem Interesse angenommen wurde. Auch die Fotovorträge sollen weiterhin jährlich angeboten werden. Mit den Bildervorträgen, den Fotoausstellungen und der Öffnung des Archivs mindestens zweimal im Monat (bereits seit mehr als zehn Jahren) - ist eine entsprechende Nachhaltigkeit gewährleistet und Bürger/innen erhalten die Möglichkeit, die Geschichte Salchendorfs zu erleben.

Mit dem Beitrag  „Apfelsaft – frisch gepresst aus heimischen Äpfeln“ bewarb sich der Heimatverein Struthütten. Zum Inhalt: Jedes Jahr am Ökomarkt presst der HV Struthütten per Handarbeit Apfelsaft von Äpfeln Neunkirchens Ortsteilen. Dieser Saft wird zu einem günstigen Preis an die Besucher weitergegeben. Kinder bekommen ihn geschenkt, wenn sie sich als Apfelpresser versucht haben. Es geht hierbei darum, Bürger/innen die heimischen Apfelsorten näherzubringen.

In einer Apfelausstellung, wird über die heimischen Sorten informiert, Fachfragen zum Pflanzen, Pflegen und Schneiden der Bäume beantwortet. Heimat wird so für die Menschen erleb-, ja sogar genießbar. Außerdem besteht auch ein Apfelsortenkataster für die Gemeinde Neunkirchen.

Der Beitrag des Heimatvereins Zeppenfeld beschäftigte sich mit der „Pflege des Verkehrskreisels“. Der Verkehrskreisel wird von den Heimatfreunden entsprechend der Jahreszeiten bepflanzt und gepflegt. Insbesondere in der Adventszeit sorgt die Gestaltung für ein nachhaltiges, vorzeigbares Heimatgefühl. Dann schmückt ein prächtiger Weihnachtsbaum das Rund. Auch ein Weihnachtsstern und ein Adventskalender werden aufgestellt. Gemeinsam mit den beiden geschmückten Ortstafeln trägt der Kreisel zu einem positiven Erscheinungsbild von Neunkirchen bei.

Die zuständige Ministerin Scharrenbach sagt zum Heimatbegriff übrigens: „Jede und jeder wird die Frage ,Was bedeutet für Sie Heimat?´ anders beantworten. Orte der Kindheit, die Familie, Freunde, Stadtviertel, für manche der Lieblings-Fußballverein, Gemeinschaften, in denen Sie sich bewegen, aufgehoben und sicher fühlen. Bei ,Heimat´ geht es um das Verbindende, um die Gemeinschaft und den Zusammenhalt. Nur eine Politik, die wertschätzt, was Menschen jeden Tag in unserem Land im Großen und vielmehr im Kleinen leisten, wird dazu beitragen, dass Heimat bewahrt und gleichzeitig für die Zukunft gestaltet werden kann.“

Im Vorfeld wurden vom Gemeinderat der Gemeinde Neunkirchen die Kriterien für die Wettbewerbseinreichung beschlossen. Diese sind: Heimat soll für Bürgerinnen und Bürger erlebbar sein. Es handelt sich um ein Projekt, das dauerhaft angelegt ist und somit dem Nachhaltigkeitsgedanken entspricht. Es findet innerhalb Gemeindegrenzen statt. Sollte es sich um ein interkommunales Projekt handeln, kann das Projekt auch grenzübergreifend verortet sein. Es soll nicht hauptsächlich auf Gewinnerzielung ausgerichtet sein und ist für die Öffentlichkeit zugänglich und erleb- bzw. nutzbar.

Sylvia P. Heinz, zuständige Mitarbeiterin bei der Gemeinde Neunkirchen für die Auslobung und Verleihung des Heimatpreises: „In der vergangenen Woche haben wir bereits die Bewilligung erhalten und können den Heimatpreis 2020 Anfang des kommenden Jahres erneut ausloben. Wir freuen uns, damit unseren Vereinen und ehrenamtlich Engagierten erneut Anerkennung für ihr Wirken und ihre guten Ideen geben zu können.“

Mit dem „Heimat-Preis“ unter dem Motto „Heimat.Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet“ rückt die Landesregierung in Kreisen, Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens herausragendes Engagement in den Fokus der Öffentlichkeit. Neben der Wertschätzung für die geleistete Arbeit verbindet sich damit auch die Chance, vor Ort in der eigenen Gesellschaft über das Thema „Heimat“ zu diskutieren.

Grundlage der Förderung aus diesem Element sind die „Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen zur Umsetzung des Förderprogramms „Heimat-Preis“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Weiter Informationen:

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