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30.07.2018

Gern gesehene Gäste!

Beate Klaas arbeitet seit zehn Jahren im Hundebesuchsdienst

Hundebesuchsdienst

Gespannt schauen die Heimbewohner zu, wie die achtjährige Marcella durch den Reifen springt.

Wenn Marcella, Quarzo und Milli die Kapelle des Seniorenheims „Stegelchen“ in Herdorf betreten, dann geht den Bewohnerinnen und Bewohnern das Herz auf. Gemeinsam mit ihrer Trainerin und Halterin Beate Klaas besuchen die drei Hunde regelmäßig die Einrichtung. Ihr Ziel sind vor allem demenzkranke Menschen. „Einige von ihnen haben früher selbst einmal einen Vierbeiner gehabt, andere genießen einfach das Zusammensein mit den Tieren“, erzählt die zertifizierte Kynopädagogin Beate Klaas.

Auf Initiative der Senioren-Service-Stelle wurde der Hundebesuchsdienst 2008 ins Leben gerufen. Beate Klaas war von Beginn an dabei, ihre Erfahrungen während   der letzten zehn Jahren waren durchweg positiv: „Es kommt immer wieder vor, dass die Hunde die Menschen aus einer negativen Demenz herausholen und positive Erinnerungen wecken“, weiß die Hundetrainerin. „Mit dem Tier kommen die Emotionen wieder.“

Der Kontakt zu den Tieren erfolgt behutsam – niemand muss, jeder kann, wenn er möchte. Wer ängstlich ist, hat die Möglichkeit das Trockenfutter durch einen Schlauch zu geben – das schult nebenbei noch die Motorik. Wer hingegen die Nähe zum Tier und zu dessen Zähnen nicht scheut, der füttert ihn ohne Hilfsmittel. Reihum holen sich die Besuchshunde ihre Streicheleinheiten oder ein Leckerchen ab.

Nach dem Füttern packt Beate Klaas einen Würfel aus. Auch das ist gut für die Motorik der Hundefreunde, die fast alle auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind. Sie werfen den Würfel ins Rund und lesen dann, welche Aufgabe der Hund erfüllen soll. Das kann das Tunneln der Beine sein, das Springen durch einen Reifen oder das Pfötchen geben. Begeistert beobachten die Heimbewohner, welche Kunststückchen die Hunde gelernt haben.

Während die Seniorinnen und Senioren die Anwesenheit der Vierbeiner genießen, ist der  Aufenthalt im „Stegelchen“ für die drei Besuchshunde jedoch harte Arbeit: „Marcella und Quarzo müssen sich zurücknehmen, sich auf die fremden Menschen einstellen. Nicht jeder Hund ist dazu imstande.“ Die Hunde von Beate Klaas mussten zunächst einen Eignungstest als Besuchshund bestehen. Außerdem hat die Struthüttenerin mit ihnen erfolgreich die Prüfung als „Pädagoge auf vier Pfoten“ absolviert.

„Keiner der drei Hunde ist ein Rassehund mit einem langen Stammbaum, sie stammen alle aus Tierheimen. Marcella etwa ist in einem Tierheim mit rund 700 anderen Hunden groß geworden. Sie war vier Jahr alt als wir sie dort abholten und kannte weder Wiese, noch Treppe, noch Auto oder Wohnung. Mir ist wichtig zu zeigen, dass auch Hunde aus dem Tierschutz in der Lage sind, solche Dinge zu lernen“, betont Klaas.

Klaas legt bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit viel Wert auf eine angenehme und ruhige Atmosphäre. Die Zeit mit den Hunden soll als stressfrei und entschleunigend empfunden werden. Das weiche Fell der Tiere zu streicheln, ihre Wärme zu spüren, diese sinnlichen Erfahrungen sollen die Heimbewohner genießen können.

Die Struthüttenerin ist im Zweiwochen-Rhythmus zu Gast im Stegelchen. Immer wieder besucht sie auch Seniorinnen und Senioren, die nicht imstande sind, in die Kapelle – im Sommer nach draußen – zu kommen. „Ich gehe auf deren Zimmer und lege ihnen die Hunde ins Bett. Dies geschieht natürlich immer auch in Rücksprache mit den Angehörigen.“

Auch Heimleiter Steffen Weinbrenner und Pflegedienstleiter Peter Metz begrüßen den Einsatz der Hundetrainerin und ihrem Trio: „Frau Klaas ist fester Bestandteil unserer sozialen Betreuung und einer der vielfältigen Bausteine, die das Alltagsgrau der Bewohnerinnen und Bewohner vertreiben.“

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