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Datum: 10.08.2021

Sommerempfang in Neunkirchen

„Wir müssen wieder Krise lernen“

Beim Sommerempfang für Wirtschaft und Einzelhandel in Neunkirchen hieß die Gemeindeverwaltung den NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst am vergangenen Freitag im Otto-Reiffenrath-Haus herzlich willkommen. Der Minister unterhielt die geladenen Gäste nicht nur mit interessanten Informationen – auch über das Thema Mobilität hinaus. Er lobte auch den großen Einsatz der Gemeinde in Sachen Mobilität und das große Engagement in Neunkirchen, insbesondere das der Stabsstellenleiterin Sylvia P. Heinz.

Nach dem Neujahrsempfang mit dem NRW-Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, Prof. Dr. Andreas Pinkwart zu Beginn des vergangenen Jahres hatte die Gemeindeverwaltung erneut Wirtschaft und Einzelhandel zu einem ungezwungenen Treffen eingeladen. Als Referenten konnte man diese Mal den nordrhein-westfälischen Verkehrsminister Hendrik Wüst gewinnen.

Zunächst begrüße Sylvia P. Heinz, die Leiterin der Stabsstelle Regionale Entwicklung und u.a. zuständig für die Themen Wirtschaftsförderung und Mobilität, die rund 70 Gäste, zu denen neben den Akteuren aus Wirtschaft und Einzelhandel auch die Landtagsabgeordnete Anke Fuchs-Dreisbach, Klaus Gräbener und Felix G. Hensel von der IHK Siegen sowie zahlreiche Mitglieder des Rates und der Verwaltung zählten.

Sie gab einen Überblick über die bisherigen Ergebnisse und Anstrengungen, die die Gemeindeverwaltung in Sachen Mobilität während der vergangenen Monate unternommen hat. Dazu zählen beispielsweise das kommunale Mobilitätskonzept, den Fußverkehrs-Check oder das schulische Mobilitätsmanagement. „Wir haben eine große Aufgabe vor uns, doch sie gelingt mit Menschen, die Zukunft gestalten wollen“, zeigte sich Sylvia P. Heinz optimistisch.

Dann übernahm Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann. Er freute sich besonders mit Hendrik Wüst den „Wunschkandidaten der heimischen Wirtschaft“ vor Ort zu wissen. Angesichts der geplanten Umgestaltung der Ortsmitte stellte er für das kommende Jahr eine Abrissparty in Aussicht. Der Bürgermeister bot Neunkirchen als Modellkommune an, in der Versuche, wie etwa zur Verbesserung des Verkehrsflusses oder zum autonomen Fahren durchgeführt werden könnten. „Wir freuen uns über fachliche Unterstützung“, so der Verwaltungschef.

Noch immer unter dem Eindruck der Flutkatastrophe stehend, schilderte anschließend Minister Wüst die Rahmenbedingungen für den Wiederaufbau der überörtlichen Verkehrsinfrastruktur in den Krisengebieten. Schilderungen zum Procedere des Wiederaufbaus folgte ein großes Kompliment an die Hilfe aus der Wirtschaft: „Man lässt Land und Leute nicht im Regen stehen.“ Kurzweilig und kompetent brachte er sein Fachwissen ein: „Wir müssen unsere Lehren ziehen und wieder Krise lernen“, mahnte er zum Wiederaufbau einer Warn-Infrastruktur und der Bereitstellung eines Krisenfonds.

Auch die Corona-Situation streifte der Verkehrsminister kurz, ehe er sich seinem Steckenpferd, dem Thema Verkehr und Mobilität, widmete. Dabei stellte er klar, dass die Verkehrswende kein einfaches Unterfangen sei und nicht auf Kosten der Wirtschaft durchgeführt werden dürfe. Die Transformation hin zur Dekarbonisierung der BRD sei ein Generationenprojekt, so Wüst. Als Land mit einer langen Wertschöpfungskette sei das starke industrielle Rückgrat eine wichtige Komponente.

Hinzu kommen die strukturellen Unterschiede von Stadt und Land. „Die Menschen müssen mobil bleiben“ so der Verkehrsminister. Wenngleich man Bahnstrecken reaktiviere und Schnellbusse einsetze, um die Verkehrswende voranzutreiben, so sei das Auto nach wie vor das Verkehrsmittel Nr. 1 im ländlichen Raum.

Als Münsterländer freute sich Wüst über den Siegeszug des Fahrrads, das die Menschen dank Elektroantrieb auch in topografisch anspruchsvolleren Regionen von A nach B bringt: „Das Fahrrad ist ein Verkehrsmittel mit Potential.“ Problematisch sei derzeit noch der Ausbau von Radwegen. Nachdem zuvor Straßen, Schienen und Wasserwege im Fokus gestanden hätten, sei die Aufgabe nun „den Radverkehr im Netz zu denken“.

Das der Minister seine Hausaufgaben gemacht hatte, stellte er zum Ende seiner Rede unter Beweis. So wusste er um die Route 57 ebenso gut Bescheid, wie um die Ortsumgehung Neunkirchen, die im nächsten Landesstraßenbedarfsplan erneut diskutiert werde.
Hendrik Wüst ging nicht, ohne die aktive Gemeindeverwaltung, allen voran die Stabsstelleninhaberin Sylvia P. Heinz zu loben. Sie und die Entwicklung in Neunkirchen habe man „aktenkundig voll im Blick.“

Der Empfang endete mit einem kleinen Imbiss und angeregten Gesprächen.

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