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Natur hautnah erleben

Erster Trekkingplatz in Neunkirchen ab sofort buchbar

Vom Vogelgezwitscher geweckt werden, frühstücken, wenn die Tautropfen in der Morgensonne glitzern, Eichhörnchen bei waghalsigen Klettermanövern beobachten und abends unter einem Meer von Sternen einschlafen: Wer inmitten des Waldes sein Quartier aufschlägt, kann die Natur hautnah erleben.

Allerdings ist Wildcampen in Deutschland nur sehr eingeschränkt möglich und kann sogar mit einem Bußgeld belegt werden. In vielen Wanderregionen gibt es inzwischen aber eine ganz legale Möglichkeit, um im „Hotel der 1000 Sterne“ zu übernachten: auf einem Trekkingplatz. Auch in der Gemeinde Neunkirchen kann ein solches Angebot ab sofort wahrgenommen werden.

„Die Initiative dazu kam vom Naturpark Sauerland-Rothaargebirge“, informiert Sonja Berg, im Rathaus u.a. zuständig für den Tourismus vor Ort. Im Gegensatz zum wilden Campen profitieren die Nutzer der Trekkingplattform von einigen Vorteilen und etwas mehr Komfort: Die Zeltplattform im Neunkirchener Wald ist aus robustem Lärchenholz gearbeitet. Auf der erhöhten Fläche von 3,50 mal 4,50 Meter liegt man eben und vor Tieren geschützt. Das Zelt wird nicht mit Heringen im Boden fixiert, es kann an Ösen mittels einer mitzubringenden Schnur an der Plattform befestigt werden. Besonders praktisch sind die Sitzgruppe und die Bio-Kompost-Toilette, die das Angebot ergänzen.

„Nachhaltiger Urlaub gewinnt immer mehr an Bedeutung. Und auch für Freiheits-, Abenteuer- und Ruhesuchende wird der Aufenthalt im Wald immer attraktiver“, weiß auch Bürgermeister Marco Schwunk. „Mit der Trekkingplattform kommen wir diesen Wünschen als erste Kommune im gesamten Kreis entgegen.“ Die Kosten pro Nacht sind moderat: Aktuell werden 10 Euro pro Zelt erhoben. Buchbar ist die autarke und naturnahe Übernachtungsmöglichkeit von Mai bis Oktober.

Damit die Trekking-Fans die Abgeschiedenheit und Unabhängigkeit genießen können, wird der Standort der Plattform nicht veröffentlicht. Wer das Areal nutzen möchte, erhält die Koordinaten erst bei der Buchung. Diese erfolgt vorläufig über die Homepage der Gemeinde:

 „Die Projektkosten belaufen sich auf rund 13.000 Euro. Davon werden 80 Prozent über die Kleinprojekteförderung des Bundes sowie des Landes NRW mit Beteiligung der drei LEADER-Kommunen getragen. Die Beantragung läuft über den LEADER-Regionalverein 3-Länder-Eck“, freut sich Sylvia P. Heinz, die Leiterin der Stabsstelle „Regionale Entwicklung“ über die finanzielle Unterstützung. Die Vorarbeiten für die Fläche, darunter auch das Fundament für die Plattform, wurden vom örtlichen Bauhof geleistet.

„Eine weitere Plattform im Gemeindegebiet ist übrigens in Planung“, verrät Sylvia P. Heinz. Auf diese Weise kann das besondere Outdoor-Erlebnis mit einer schönen Wanderung verbunden werden. Also: Auf ins Naturkino!


05.07.2024 
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