"Wegweisende Hilfestellung"
Gemeindeverwaltung übernimmt Kosten für „Hilda“
Möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wunsch vieler Menschen. Aber wie lässt sich dieser Wunsch aufrechterhalten, wenn der Alltag im Alter immer schwieriger zu bewältigen ist? Diese Frage stellen sich insbesondere alleinstehende Personen, deren Angehörige keine Gelegenheit haben, regelmäßig zu unterstützen. Dabei gibt es in Neunkirchen zahlreiche Hilfsangebote, die die Lebenssituation von Senior:innen in ihrem Zuhause verbessern können. „Hilda“ kennt sie alle und steht den Bedürftigen mit Rat und Tat zur Seite.
„Hilda“ bedeutet „Hilfe daheim“ und ist ein niedrigschwelliges Angebot, das dem Verein „Hand in Hand Neunkirchen“ angegliedert ist. „Hilda“ ist mit Melanie Schmidt aber auch eine reale Person: Sie sucht jene Menschen auf, die ihre Wohn- oder Lebenssituation ihren Bedürfnissen anpassen und Unterstützungsangebote nutzen möchten. Oft steht zunächst der Wunsch nach hauswirtschaftlicher Versorgung durch das Team von „Hand in Hand“ im Vordergrund eines Gesprächs. Manchmal regen aber auch Angehörige, Nachbarn oder Personen aus dem Freundeskreis einen Hausbesuch an und suchen über die Senioren-Service-Stelle den Kontakt.
„Ich besuche die Seniorinnen und Senioren daheim, mache mir ein Bild von ihrer Lebenssituation und versuche im gemeinsamen Gespräch Lösungen für deren individuelle Probleme zu finden“, erklärt Schmidt ihr kostenfreies aufsuchendes Hilfsangebot. Das sieht auch die Landesregierung so: Im vergangenen Jahr wurde „Hilda“ vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales als Leuchtturm des Projekts „Hier hat Alt werden Zukunft“ ausgezeichnet.
Zahlreichen Menschen hat Melanie Schmidt im Laufe der vergangenen drei Jahre helfen können. Für viele ist sie der Inbegriff einer „guten Seele“. Viel Zeit und ein offenes Ohr sind die Basis jedes Hausbesuchs. Nicht selten entwickelt sich ein vertrauensvolles Gespräch auf freundschaftlicher Basis: „Viele der Menschen, die ich aufsuche, freuen sich über die Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird. Dank des Besuchs vor Ort wird außerdem schnell klar, wo der Schuh drückt und mit welchem Hilfsangebot sich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern lässt“, erklärt Schmidt.
Das kann die Vermittlung einer mobilen Friseurin oder des Mahlzeitendiensts sein, das kann aber auch der Kontakt zur Wohnberatung sein, die z. B. hilft, wenn das Bad seniorengerecht angepasst werden muss. Zum DRK-Fahrdienst, der den Arztbesuch ermöglicht und begleitet, zum Hausrufnotdienst, zur Taschengeldbörse, zu den Senioren-Sport-Gruppen, den Pflegediensten und natürlich zur Senioren-Service-Stelle, die umfassend beratend tätig wird, knüpft Melanie Schmidt Kontakte oder vereinbart direkt einen Termin. „Manchmal reichen wenige kleine Maßnahmen, um die selbstständige Lebensführung wieder für lange Zeit aufrecht zu erhalten“, freut sich Schmidt. Diese Entwicklung wird mit Folgebesuchen und regelmäßigen Telefonaten gestützt.
Nachdem „Hilda“ drei Jahre lang vom Kreis Siegen-Wittgenstein finanziell unterstützt wurde, hat der Rat der Gemeinde Neunkirchen 2021 die Fortsetzung des Projekts beschlossen. Für das Besuchsangebot ändert sich dadurch nichts. Weiterhin ist „Hilda“ Teil von Hand in Hand, weiterhin sieht sich Melanie Schmidt als „Wegweiser und unabhängiges Bindeglied“, und weiterhin wird die 47-Jährige den bedürftigen Menschen vor Ort mit aller Ruhe und viel Einfühlungsvermögen zur Seite stehen.
Kontakt zu „Hilda“ ist möglich über die Senioren-Service-Stelle bei Seniorenberaterin Bettina Großhaus-Lutz, Tel.: 02735 767-200 oder b.grosshaus-lutz@neunkirchen-siegerland.de. Wer sich ein Bild von „Hildas“ Tätigkeit machen möchte, kann sich unter https://hier-alt-werden.nrw/adresse/hilda-hilfe-daheim/ den Film ansehen, der aus dem Projekt „Hier hat Alt werden Zukunft“ entstanden ist.