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Datum: 31.07.2026

Defi-Netz wird ausgeweitet

SPD-Ortsverein spendet „Lebensretter“ für Wiederstein

Öffentlich zugängliche Defibrillatoren können in Notfällen Leben retten. Bereits 2017 hat sich daher das „Ersthelferkonzept Neunkirchen“ gegründet, ein Arbeitskreis aus Akteuren aus Gemeindeverwaltung, Feuerwehr und DRK, die es sich zum Ziel gesetzt haben, „Defis“ flächendeckend und möglichst engmaschig zur Verfügung zu stellen.

Nachdem die SPD-Fraktion im Rat beantragt hatte, die Friedhöfe der Gemeinde mit öffentlich zugänglichen Defibrillatoren auszustatten, wurde nun ein neuer Defi-Standort auf dem Friedhof in Wiederstein in Betrieb genommen. Die Finanzierung wurde vom SPD-Ortsverein übernommen.

Da sich der Defi an der Außenwand der Friedhofshalle, unmittelbar neben dem Eingang befindet, ist er rund um die Uhr zugänglich. In unmittelbarer Nähe verlaufen ein Radweg und ein Wanderparkplatz, sodass das Gerät nicht nur für Friedhofsbesucher, sondern auch für Spaziergänger, Radfahrer und Anwohner in Notfällen schnell erreichbar ist. „Da Außenstandorte mit Strom versorgt werden müssen, etwa für die Heizung und Belüftung des Wandschranks, war die Wahl des Platzes eine besondere Herausforderung“, erklärt Christine Jung, die das Ersthelferkonzept leitet und mit der Prüfung und Umsetzbarkeit neuer Standorte betraut war.

„Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden, zu jeder Zeit treffen“, weiß Christine Jung. „Wenn eine Person bewusstlos wird und nicht mehr oder nur noch eingeschränkt atmet, entscheiden oft nur wenige Minuten darüber, ob sie überlebt.“ Umso wichtiger, dass das Gemeindegebiet gut ausgestattet ist. Mit der Installation in Wiederstein steigt die Zahl der öffentlich zugänglichen Defibrillatoren in Neunkirchen auf 13 Geräte an.

Neben dem neuen Standort in Wiederstein werden in Kürze zwei weitere Defibrillatoren in Betrieb genommen: Ein Gerät wird am Haupteingang des Rathauses installiert, ein weiteres im Eingangsbereich der neuen Bibliothek im ehemaligen Sparkassengebäude. Damit steigt die Zahl der öffentlich zugänglichen Defibrillatoren weiter – doch das Ersthelferkonzept hat noch mehr vor:

„Unser Ziel ist es, Neunkirchen herzsicher zu machen“, erklärt Christine Jung. „Pro Jahr erleiden etwa 60.000 Menschen in Deutschland einen plötzlichen Herzstillstand. Jeder Defibrillator, der zusätzlich installiert wird, kann im Ernstfall Leben retten.“ Der Ausbau des Netzes ist jedoch nur möglich, wenn ausreichend Spenden zur Verfügung stehen. Wer durch eine Spende oder die Initiative für einen neuen Defi-Standort unterstützen möchte, kann sich mit Christine Jung in Verbindung setzen. Alle Infos dazu gibt es unter „Ersthelferkonzept“ auf der Homepage der Gemeinde Neunkirchen sowie auf social media (ersthelferkonzept.neunkirchen).

Doch nicht nur die Verfügbarkeit der Geräte ist entscheidend – auch das Wissen um die richtige Erste Hilfe. Die wichtigsten Schritte lassen sich mit drei Worten zusammenfassen: „Prüfen – rufen – drücken“.

So funktioniert Lebensrettung
1. Prüfen: Zunächst sollten die Vitalzeichen – Bewusstsein und Atmung – überprüft werden. Bei normaler Atmung stabile Seitenlage herstellen und dann den Notruf absetzen. Bei nicht normaler oder keiner Atmung:
2. Rufen: Sofort den Notruf 112 absetzen.
3. Drücken: Noch während des Gesprächs mit der Leitstelle mit der Herzdruckmassage beginnen. Dabei wird das Brustbein in der Mitte des Brustkorbs 100 Mal pro Minute etwa 5 bis 6 cm tief eingedrückt. Ein einfacher Trick: Die Takte bekannter Songs wie „Staying Alive“ helfen, die richtige Frequenz einzuhalten.

Falls ein Defibrillator in der Nähe ist, sollte dieser umgehend eingesetzt werden. Die Geräte sind laienfreundlich und geben klare Sprachanweisungen, die Schritt für Schritt durch die Anwendung führen. Der lebensrettende Elektroschock kann das gefährliche Kammerflimmern unterbrechen und dem Herzen wieder einen normalen Rhythmus geben.

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