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Datum: 23.12.2025

Ein gerechterer Welthandel beginnt vor Ort 

Neunkirchen ist seit zehn Jahren „Fairtrade-Town“

In den vergangenen zehn Jahren haben die Mitglieder der Neunkirchener Steuerungsgruppe Fairtrade-Town viele öffentlichkeitswirksame Projekte angestoßen. Dazu zählen nicht nur Flyer, Poster oder Aufkleber, sondern auch der Neunkirchen-Kaffee und die Neunkirchen-Schokolade, die beide im Weltladen erhältlich sind. Um den „fairen Gedanken“ in die Gemeinde zu tragen haben sie Ausstellungen und informative Vorträge veranstaltet, eine Schokoladenverkostung durchgeführt und einen Thekendienst in der VereinBAR übernommen. Besonders „werbewirksam“ ist sicher der Malwettbewerb in der Gemeinschaftlichen Sekundarschule, dessen Hauptpreis ein Motiv für die Neunkirchen-Schokolade ist, und das Smoothie-Rad, das beim Bauern- und Ökomarkt und anderen gemeindlichen Aktionen zum „Hingucker“ und „alternativen Sportgerät“ wird. Und die Gruppe wird nicht müde, sich neue Ideen einfallen zu lassen, um die Neunkirchener Bürger zu bewegen, den Weltladen zu besuchen oder andernorts auf die Siegel zu achten, die fair gehandelte Waren auszeichnen.

Vor zehn Jahren gründete sich – auf einen politischen Beschluss hin – die Gruppe aus Akteuren des örtlichen Weltladens, örtlicher Schulen, Kirchen, Vereine, aus Zivilgesellschaft und Verwaltung. Mehrmals im Jahr trifft sich das Team, entwickelt neue Ideen und Projekte, um die Neunkirchener Bürger für das Thema zu sensibilisieren.

Aber was bedeutet „fairer Handel“ eigentlich? Fair gehandelte Waren stammen aus den Entwicklungs- und Schwellenländern. Die Arbeiter und Kleinbauernfamilien, die diese Produkte herstellen, erhalten dafür einen Mindestpreis, verlässlichere Einkommen und zusätzliche Prämien, die gemeinschaftlich eingesetzt werden. Diese Mittel fließen in Bildung, Gesundheitsversorgung, sauberes Trinkwasser oder den Ausbau lokaler Infrastruktur. Und sie stärken nicht nur einzelne Familien, sondern ganze Dorfgemeinschaften und eröffnen ihnen langfristige Perspektiven. Die Produzenten erhalten außerdem mehr Planungssicherheit, können nachhaltiger wirtschaften und sind weniger anfällig für die Abhängigkeiten des Weltmarkts. Gerade in Zeiten von Klimawandel und globalen Krisen ist diese Stabilität von großer Bedeutung.

Darüber hinaus hilft Fairtrade im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit und fördert den umweltverträglichen Anbau. Auch der Schutz der natürlichen Ressourcen und ein verbesserter Gesundheitsschutz auf den Plantagen sind in den Fairtrade-Standards festgeschrieben.

Die Steuerungsgruppe Fairtrade-Town möchte sich auf kommunaler Ebene für einen gerechteren Handel stark machen. Ihre Botschaft lautet: Mit dem Kauf fairer Lebensmittel, Kleidungsstücke, Accessoires oder Blumen kann jeder einen Beitrag leisten, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern konkret zu verbessern.
„Das Engagement hier vor Ort macht einen Unterschied – für Menschen, die oft weit entfernt leben, deren Zukunft aber eng mit unserem Konsum und unserem Handeln verbunden ist“, weiß Martin Gerke, der schon von Beginn an Teil der Steuerungsgruppe ist.

Auch nach zehn Jahren ist das Engagement der Steuerungsgruppe ungebrochen. Mit neuen Ideen und bewährten Aktionen soll der faire Gedanke weiterhin fest in Neunkirchen verankert werden. Die Mitglieder der Steuerungsgruppe laden alle Bürger ein, sich zu informieren, mitzumachen und Fairtrade im Alltag bewusst mitzudenken. Und auch Unterstützung ist gern gesehen: Wer gern mitmachen und das Team unterstützen möchte, kann sich wenden an Nicole Morgenschweis (n.morgenschweis@neunkirchen-siegerland.de, 02735 767-409).

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