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Datum: 03.09.2020

Jetzt stehen die Fußwege im Fokus - Gemeinde Neunkirchen gewinnt Wettbewerb

Urkundenverleihung und Auftaktveranstaltung in Neunkirchen

Neunkirchen/Köln. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt, und trotzdem kommt das Gehen in der Verkehrsplanung aus verschiedensten Gründen oft zu kurz. In Neunkirchen soll sich das jetzt ändern: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen Fußverkehrs-Check wurde die Gemeinde vom Verkehrsministerium des Landes NRW und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als Teilnehmer ausgewählt.

Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann erhielt am 2. September stellvertretend für die Gemeinde Neunkirchen die Gewinner-Urkunde aus der Hand von Günter Padt, dem Geschäftsführer des Zweckverbandes Personennahverkehr Südwestfalen. „Ich freue mich, dass sich die Gemeinde Neunkirchen auf den Weg macht, eine ökologisch nachhaltige Befriedigung der Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung sicherzustellen. Dass die Gemeinde Neunkirchen beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen Fußverkehrs-Check ausgewählt worden ist, kann als Auszeichnung für die Arbeit der Gemeinde gewertet werden.“, so Padt bei der Verleihung.

„Gehen hat als nachhaltige Fortbewegungsmethode großes Potenzial, das wir noch besser nutzen können“, sagte Bürgermeister Dr. Bernhard Baumann. „Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern wollen wir als Verwaltung daran arbeiten und das Gehen noch attraktiver machen. Dass wir ausgewählt wurden, bestärkt uns darin, bei unserer Planung den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.“
Die Auftaktveranstaltung zum Fußverkehrs-Check nutzte die Gemeinde auch, um den Prozess zur Entwicklung eines kommunalen Mobilitätskonzeptes zum Thema zu machen. Johannes Schneider und Sylvia Heinz, beide zuständig für Mobilität und Verkehr bei der Gemeinde, stellten die aktuellen Aktivitäten im Gemeindegebiet vor: Die Maßnahmen reichen von der Einführung eines Schulischen Mobilitätsmanagements über Fördermittelakquise für Radinfrastruktur und Mobilstationen bis hin zur Mitarbeit beim kreisweiten Radverkehrsnetz. Danach stellte Fabian Wagner, Projektleiter bei der Energielenker GmbH den Prozess zur Erarbeitung des Mobilitätskonzeptes vor. Abschließend wurden die Durchführung der Fußverkehrs-Checks erklärt.

Gemeinsamer Einsatz für Fußgänger

Fußverkehrs-Checks sind ein Angebot des „Zukunftsnetz Mobilität NRW“, dem landesweiten Unterstützungsnetzwerk für nachhaltige Mobilitätsentwicklung, in dem die Gemeinde seit 2018 Mitglied ist. Katja Naefe, zuständig für Fußverkehrsberatung beim Zukunftsnetz Mobilität NRW, erläutert das praktische Prinzip: „Die Methode enthält mehrere Bausteine. Begehungen sind das Kernstück – vor Ort haben Teilnehmer die Gelegenheit, Probleme und Sichtweisen auszutauschen und neue Lösungsansätze und Ideen zu diskutieren.“ Durch den Austausch zwischen Verwaltung, Politik und Institutionen wie dem Zweckverband Personennahverkehr, dem Kreis Siegen-Wittgenstein, Vereinen und Schulen kann so auch die Beteiligungskultur gestärkt werden.

Um einen professionellen und zielführenden Ablauf zu gewährleisten, begleitet und moderiert das Fachbüro Planersocietät aus Dortmund den Prozess und wertet die Ergebnisse aus, damit die Gemeinde Neunkirchen darauf bei Bedarf mit konkreten Maßnahmen aufbauen kann. Für die Gemeinde Neunkirchen ist der gesamte Check kostenlos, er wird vom Land NRW gefördert.

Konkrete Pläne in Neunkirchen

Für die Gemeinde Neunkirchen gibt es bereits konkrete Pläne: „Wir wollen mit der Ortsmitte beginnen“ sind sich Ordnungsamtsleiter Johannes Schneider und Bau- und Umweltamtsleiter Martin Reinschmidt einig.
„Durch den professionellen Check und die Begleitung durch das Planungsbüro Planersocietät aus Dortmund bekommen wir die Chance, in die Fußverkehrsförderung einzusteigen und gleichzeitig die Bürgerbe¬teiligung voranzutreiben. Obwohl sich das in Corona-Zeiten sehr schwierig gestaltet. Wir haben jedoch eine Online-Karte zur Verfügung gestellt, in der die Bürgerschaft eintragen konnte, wo konkret Verbesserungspotenzial gesehen wird.“, erläutert Mobilitätsmanagerin Sylvia P. Heinz die Möglichkeiten der Bürgerpartizipation.

In einem Videogruß lobte der Verkehrsminister des Landes NRW Hendrik Wüst die Pläne der Gewinnerkommunen. „Mobilität muss besser, sauberer und sicherer werden, und das fängt bei der ursprünglichsten Art der Fortbewegung an, die wir kennen“, so Wüst bei der Urkundenverleihung. „Sie haben die Chance, Ihre Kommune durch mehr Mobilität zu Fuß noch lebenswerter zu machen“.

Fast 40 Kommunen hatten sich landesweit beworben, zwölf bekamen den Zuschlag.

Das Zukunftsnetz Mobilität NRW ist ein Netzwerk, das Kommunen berät und dabei unterstützt, mithilfe eines Kommunalen Mobilitätsmanagements nachhaltige Mobilitätskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Das Ziel: attraktive und nachhaltige Mobilitätsangebote für Kommunen und eine verlässliche Anbindung der ländlichen Räume an die Städte zu schaffen. Es gibt drei regionale Koordinierungsstellen: Westfalen, Ostwestfalen-Lippe, Rhein-Ruhr und Rheinland. Die Geschäftsstelle ist angesiedelt beim Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) in Köln. Das Zukunftsnetz Mobilität NRW wird gefördert vom Ministerium für Verkehr Nordrhein-Westfalen und der Unfallkasse NRW.

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