Tolle Projekte für den Klimaschutz vor Ort
Gemeinde Neunkirchen und Westenergie verleihen Klimaschutzpreis
„Statt auf jene zu warten, die irgendwo in der Welt medienwirksam ein Pamphlet in die Kamera halten, sollte man den Klimaschutz vor Ort selbst in die Hand nehmen“, konstatierte Achim Loos, der Kommunalmanager der Westenergie bei der Verleihung des Klimaschutzpreises in Neunkirchen. Seinem Motto waren die drei Preisträger gefolgt, die sich mit bewusstem Konsum, Energie und der heimischen Natur auseinandergesetzt hatten. Der mit insgesamt 1.500 Euro dotierte Preis wird zu Zweidritteln von der Westenergie und zu einem Drittel von der Gemeindeverwaltung finanziert.
Auf dem dritten Platz landete in diesem Jahr die Gemeinschaftliche Sekundarschule Burbach-Neunkirchen. Schon seit Jahren arbeiten Melanie Büdenbender und Karin Schmidt an unterschiedlichen Projekten und Aktionen, um den Schülern die Bedeutung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit praxisnah und erlebbar zu vermitteln. Dabei entstanden beispielsweise die Natur-AG, die Teilnahme am Netzwerk Schule der Zukunft, eine intensive Kooperation mit der Fairtrade-Town Neunkirchen und das Wahlpflichtfach „Wildkräuter und Upcycling“. „Wir möchten die Schülerinnen und Schüler sensibilisieren und dazu beitragen, dass sie zu aktiven Gestalterinnen und Gestaltern einer klimafreundlichen Zukunft werden“, so die beiden Lehrerinnen. Ihr Engagement bescherte ihnen 300 Euro.
Woher kommt der Strom? Wo geht er hin? Ist er kostbar? Welche Geräte brauchen wir? Und kann man ihn selbst herstellen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Kinder in der AWO-Kindertagesstätte Zeppenfeld. Ihre Erzieherinnen hatten dazu ein spannendes Programm gestaltet, bei dem aus Kartoffeln und Zitronen sowie mit einem Kurbelgenerator und Körperkraft Energie gewonnen wurde. Richtig abenteuerlich wurde es, als die Kita die Challenge aufnahm, einen ganzen Tag auf Strom zu verzichten: „Wir haben es geschafft im Dunkeln und bei kälterer Temperatur trotzdem klar zu kommen. Zur Essensbereitung wurde ein Feuer genutzt, wir haben uns wärmer angezogen und aus Kerzen und Tontöpfen kleine Heizungen gebaut“, erklärt die Leiterin der Einrichtung Kerstin Krupke. „Ziel war es, den Kindern zu vermitteln, dass es nicht selbstverständlich ist, dass Strom aus der Wand kommt und man den verantwortungsvollen Umgang damit üben kann. 450 Euro gab’s für dieses Energieprojekt.
Nach Zeppenfeld ging in diesem Jahr auch der erste, mit 750 Euro dotierte, Preis. Die Waldgenossenschaft Zeppenfeld Nord nahm ihn für ihren „Pflanzgarten Hauberg Zeppenfeld“ entgegen, der sich über eine Fläche von einem Hektar erstreckt. Einst stand hier ein Fichtenbestand, der vom Borkenkäfer vernichtet worden war. Aktive der Waldgenossenschaft Hauberg Zeppenfeld bepflanzten das Areal nach Rücksprache mit dem Förster neu. Mit Bergahorn, Esskastanie, Atlaszeder und Elsbeere wurden dabei Bäume verwendet, die dem Klimawandel trotzen sollen. Nachdem bereits ein Eingangsportal sowie eine Schutzhütte entstanden sind, möchte die Waldgenossenschaft das Preisgeld verwenden, um das Gelände in den nächsten Monaten mit Hackschnitzel-Wegen und Infotafeln so zu gestalten, dass Besucher aller Altersklassen hier einen naturpädagogisch aufgearbeiteten Waldlehrpfad mit interessanten Infos vorfinden.
Bürgermeister Marco Schwunk dankte den Teilnehmenden für ihr großes ehrenamtliches Engagement: „Die Projekte zeigen, wie vielseitig Klimaschutz sein und wie unterschiedlich er adressiert werden kann. Alle Preisträger haben expliziert auch die junge Generation im Blick. Das ist wichtig, um das Thema schon früh in den Köpfen und Handlungen zu verankern.“ „Der Klimaschutzpreis macht deutlich, dass wirklich jeder einen Beitrag leisten kann, um unsere Natur und Umwelt zu schützen“, ergänzte Umwelt- und Klimaschutzberater Matthias Jung.
Ehrenamtliches Engagement ist eine der wichtigsten Säulen des Umweltschutzes. Westenergie konnte seit 1995 rund 9000 Projekte mit gemeinsam mit den Partnerkommunen mit dem Klimaschutzpreis auszeichnen.